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Spieltag | gegen den 1. FC Schweinfurt 05 31.01. | Sa16 UhrU21 Testspiel | gegen den FC Sturm Hauzenberg (H) FEBRUAR 05.02. | DoGeburtstag | Oscar Schönfelder (25) 06.02. | FrGeburtstag | Nicolas Oliveira (22) 07.02. | Sa14 Uhr23. Spieltag | gegen den FC Viktoria Köln 07.02. | SaVeröffentlichung neue Jahnzeit 07.02. | Sa13 UhrU21 Testspiel | gegen die SG Dynamo Dresden U23 (A) 08.02. | SoGeburtstag | Eric Hottmann (26) Foto: Köglmeier 13 JAHNZEITAUSGABE JANUAR | 2026"Wir sind reifer geworden, aber noch lange nicht am Ziel" Michael Wimmer im großen Resümee zum Jahresstart 1415 INTER Foto: Kunstbuilt16 Ein halbes Jahr ist Michael Wimmer nun im Amt. Eine Zeit, die von einem großen Umbruch, emotionalen Achterbahnfahrten und einer deutlichen Entwicklung nach schwachem Saison- start geprägt war. Pünktlich zum Start in das neue Fußballjahr haben wir uns mit dem Chef-Trainer am Rande der knappbe- messenen Winter-Vorbereitung zusammengesetzt, um über die Lehren der Hinrunde, den neu gewonnenen Teamgeist und die Ziele für die kommenden Monate zu sprechen. Jahnzeit: Michael, wir sitzen hier nach deinem ersten hal- ben Jahr. Wenn du ehrlich bist: Fühlt es sich an wie sechs Monate oder doch schon viel länger? Michael Wimmer: (lacht) Es fühlt sich tatsächlich deutlich länger an. Das liegt einfach daran, dass wir durch- gehend unter Strom standen. Es war immer Power da, immer Energie, es war permanent etwas los. In diesem halben Jahr gab es eigentlich keine Phase, in der man sagen konnte: Jetzt schalten wir mal ein bisschen ab – selbst in der Winterpause nicht, weil permanent Betrieb war. Von daher würde ich sa- gen: Man fühlt sich schon etwas gealtert (schmunzelt). Wenn du die Hinrunde mit einer Schulnote bewerten müss- test, welche wäre es und wie setzt sie sich zusammen? Ich würde dem Ganzen eine 3 bis 4 geben. Die Note setzt sich aus zwei Phasen zusammen: Der Start war von den Ergebnis- sen her ungenügend. Das war aber nach dem großen Umbruch und der Frustration nach dem Abstieg fast folgerichtig. Wir ha- ben viel Negativität aus der Vorsaison mitgetragen – keinen Auswärtssieg, die Enttäuschung im Umfeld. Danach haben wir uns gefangen, da würde ich uns eine 2 bis 3 geben. Im Schnitt landen wir also bei „befriedigend“ bis „ausreichend“. Ein Knackpunkt war das bittere Pokal-Aus gegen den 1. FC Köln. Ihr habt eine super Leistung gezeigt, euch aber am Ende, wie du sagtest, „die Butter vom Brot nehmen las- sen“. Warum gab dieses Spiel keinen Schub? Das Spiel gegen Köln war paradox. Von der Leistung her war das eines unserer besten Spiele, weil wir genau das gezeigt haben, was wir sehen wollen: Leidenschaft, Energie, Kom- paktheit, alles für den Verein geben. Aber wir haben es nicht über die Zeit gebracht. Was ich enttäuschend fand, ist, dass wir diesen Schwung nicht mitnehmen konnten. Wir sind da- nach durch die Liga getaumelt, hatten keine Konstanz. Wenn man ganz ehrlich ist, waren wir in der Phase von August bis Mitte September auch nur bedingt drittligatauglich. Die Ta- belle hat nicht gelogen. Fängt man in so einer Phase als Trainer an, an sich selbst zu zweifeln? An mir selbst gezweifelt habe ich nie. Aber natürlich fängt man an zu hadern und Punkte zu hinterfragen. Ich weiß, wel- che Idee ich vom Fußball habe und dass sie funktionieren kann. Aber ich musste einsehen, dass ich sie hier und jetzt nicht zu 100 Prozent durchdrücken kann. Ich musste mein JAHNZEITAUSGABE JANUAR | 2026 1616„Es war immer Power da, immer Energie, es war permanent etwas los. In diesem halben Jahr gab es eigentlich keine Phase, in der man sagen konnte: Jetzt schalten wir mal ein bisschen ab – selbst in der Winterpause nicht, weil permanent Betrieb war.” Ego zurückstellen und schauen: Was passt zur Situation? Was passt zur 3. Liga? Ich habe meine Idee zu einem gewissen Teil angepasst. Wenn wir meinen Fußball nur zu 70 oder 80 Pro- zent spielen und bestimmte Anpassungen vornehmen, aber dafür erfolgreich sind, ist das der richtige Weg. Flexibilität ist eine wichtige Qualität als Trainer. Du hast die Niederlage in Osnabrück (0:2) oft als den ei- gentlichen Wendepunkt bezeichnet. Warum ausgerechnet ein verlorenes Spiel? Weil ich in Osnabrück – vor allem in der ersten Halbzeit – zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass wir Sicherheit im eigenen Ballbesitz haben. Wir haben nicht nur reagiert, sondern agiert. Wir konnten den Gegner bespielen. Da ist etwas in der Mann- schaft passiert, sie wurde mutiger. Man darf einen Faktor nicht vergessen: In dieser Saisonphase kamen Spieler wie Adrian Fein, Eric Hottmann oder Oscar Schönfelder erst richtig an. Viele kamen ohne Vorbereitung zu uns. Adrian Fein kam zum Beispiel erst nach dem Köln-Spiel. Wir haben Zeit gebraucht, um diese Spieler auf ein drittligataugliches Fitnesslevel zu bekommen. Auch der „Auswärtsfluch“ wurde schließlich in Havelse be- siegt. Wie groß war die Erleichterung bei dir? Für mich persönlich gab es diesen Fluch in der Form nicht, aber das Thema war permanent präsent. Man wurde immer wieder darauf angesprochen, und das setzt sich irgendwann auch in den Köpfen fest. Es war nervig. Umso froher war ich, Foto: Köglmeier JAHNZEITAUSGABE JANUAR | 2026 17als wir in Havelse gewonnen haben und endlich einen Haken an die Geschichte machen konnten. Schauen wir auf zwei emotionale Spiele: Der Heimsieg gegen Stuttgart nach 0:2-Rückstand und die bittere Niederlage in Aue. Was lernt man aus diesen Extremen? Beide Spiele zeigen, dass wir inzwi- schen in der Lage sind, Tore zu schießen und Spiele zu drehen. Das 3:2 gegen Stuttgart nach 0:2 noch in einen Sieg zu verwandeln, war sensationell und gibt einem eine enorme Brust. Auch in Aue haben wir offensiv vielleicht unser bes- tes Auswärtsspiel gemacht. Aber wenn du in Aue 3:2 führst, musst du das nach Hause bringen oder mindestens einen Punkt holen. Da fehlt uns noch die Abgebrühtheit und Reife. Die 3. Liga ist gnadenlos, du musst souverän sein. Das ist ein Prozess. Ein schönes Beispiel für die Ent- wicklung ist der Vergleich der Spiele gegen 1860 München: Ein 0:4 im Testspiel im Juli, dann ein 4:0-Sieg in der Liga im Novem- ber. Absolut. Beim Testspiel im Sommer waren wir chancenlos, das war ein Klassenunterschied. Da dachte ich mir schon: Das kann eine komplizier- te Saison bzw. ein schwieriger Start werden. Dass wir uns dann im Liga- spiel so revanchieren konnten, war eine Initialzündung. Das war viel- leicht das beste Spiel, das wir in der Hinrunde gemacht haben. Es hat gezeigt, dass wir in der Liga angekom- men sind – auch von der Intensität. Wie lässt sich diese Entwicklung in Zahlen ausdrücken? Wir sind defensiv stabiler und kreieren offensiv mehr. Wenn man die letzten zehn Spiele vor der Winterpause nimmt, haben wir 17 Punkte geholt, 20 Tore geschossen und 14 kassiert. Das sind Statistiken, mit denen du eine sorgenfreie Saison spielst. Wir haben Automa- tismen entwickelt. Mein Fußball birgt Risiko. Ich sage immer: Lieber spiele ich mutig nach Foto: Köglmeier JAHNZEITAUSGABE JANUAR | 2026 18„Wir haben Automatis- men entwickelt. Mein Fußball birgt Risiko. Ich sage immer: Lieber spiele ich mutig nach vorne, als dass ich mich hinten reinstel- le wie das Kaninchen vor der Schlange. Das ist nicht mein Fuß- ball. Aber die Balance stimmt jetzt besser.” vorne, als dass ich mich hinten reinstelle wie das Kaninchen vor der Schlange. Das ist nicht mein Fußball. Aber die Balan- ce stimmt jetzt besser. Du hast erwähnt, dass die 3. Liga auch für dich Neuland war. Was waren deine persönlichen „Learnings“ und Er- kenntnisse? Ich musste mich erst reinfühlen. Ich kannte die Bundesliga, die österreichische Liga, die schottische Liga – aber die 3. Liga in Deutschland ist speziell. Da musste auch ich lernen, was zum Beispiel die genauen Spielerprofile und die physi- sche Wucht der Liga angeht. Inzwischen weiß ich: Man muss in den Krisen ruhig bleiben. Lass uns über den Kader sprechen. Es hat sich eine Achse gebildet, aber du betonst oft den Wert derer, die nicht im- mer spielen. Eine Mannschaft lebt von Spielern ohne Ego. Ich denke da an Phil Beckhoff, Andi Geipl oder Dejan Galjen. Sie hatten pha- senweise wenig Spielzeit, geben aber im Training jeden Tag alles. Wenn solche Spieler nachlassen, verlierst du sofort an Trainingsqualität. Aber das gab es bei uns nicht. Ein Musterbei- spiel ist Nick Seidel, der sich aber über Trainingsleistung und den Toto-Pokal zurückgekämpft hat. Das zeigt den Charakter des Teams. Achim Beierlorzer musste Anfang Oktober sein Amt abge- ben, Alexander Schmalhofer kam Ende November als neuer Sportdirektor. Wie schwierig ist so ein Wechsel mitten in der Saison? Das ist natürlich nicht ganz einfach. Die ersten Gespräche und die Kaderplanung habe ich mit Achim gemacht. Dann war er weg, und wir hatten eine Art „Blaupause“, in der wir als Trainer- team auf uns allein gestellt waren und die Ergebnisse plötz- lich passten. Dann kommt mit Alex ein neuer Mann mit eige- nen Ideen. Mitten in den Englischen Wochen blieb wenig Zeit, sich komplett abzustimmen. Aber der Austausch ist gut, wir wachsen zusammen. Um die Ideen komplett übereinanderzu- legen, braucht es einfach noch etwas Zeit. Im Winter gab es mit Leon Wechsel, Sascha Hingerl und John Posselt bereits drei Neuzugänge. Welchen Eindruck hast du von ihnen? Leon Wechsel ist ein junger, talentierter Torhüter, der sehr gut am Fuß ist und viel kommuniziert, was der Kabine guttut. Sascha Hingerl war als Probespieler da; er ist ein aggressiver Sechser, vielseitig einsetzbar, braucht aber vielleicht noch et- was Zeit, um sich vollständig an die Intensität der 3. Liga anzu- passen. John Posselt hat bei einer Mannschaft, die unten drin- stand, sechs Tore gemacht – das musst du erst mal schaffen. Er ist ein hungriger Stürmer, der uns vorne mehr Alternativen gibt. Worauf liegt der Fokus in der kurzen Vorbereitung auf den Rückrundenauftakt gegen Ingolstadt? Wir brauchen bis dahin Frische. Taktisch arbeiten wir an der Restverteidigung und der Kontersicherung, wollen aber auch im eigenen Ballbesitz noch dominanter werden. Zudem ver- suchen wir, ein zweites Spielsystem zu etablieren, um fle- xibler zu sein. Gegen Ingolstadt müssen wir sofort da sein. Wir haben 24 Punkte – wir brauchen mindestens dieselbe Anzahl noch einmal, um gesichert zu sein. Wir müssen vor al- lem wieder die Basics abrufen: Leidenschaft und Emotionen. Gibt es einen Wunsch für das Jahr 2026? Dass meine Familie gesund bleibt. Und für mich: Ich will au- thentisch bleiben, so sein, wie ich bin, und meine Arbeit er- folgreich machen. ag 19 JAHNZEITAUSGABE JANUAR | 2026 Foto: KöglmeierNext >